neverendingstory

„Du bist die größte Herausforderung in meinem Leben, du bist mein Zauberwürfel“, sagtest du und malst mir damit wieder ein Lächeln ins Gesicht. Heute ist wieder ein Abend an dem wir uns sehen, weil wir dringend – längst überfällig – sprechen müssen. Allein der Gedanke an diese Endlosdiskussionen, in der ich immer die Böse und du immer der Gute bist, hängt mir zum Hals raus. Wie oft wir uns schon vertragen oder auch einfach nur Probleme unter den Tisch gekehrt haben, kann ich gar nicht mehr zählen. Ein ewiges auf und ab, hin und her ohne eine Konstante. Aber heute ist es etwas anders.

Jegliches Verständnis und unsere Gefühle füreinander sind buchstäblich von gestern. Anstatt uns für das Jetzt und Morgen zu wappnen, denken wir in vergangenen Zeiten. Wir sind mittlerweile umhüllt von traurigen Tagen, schlaflosen Nächten und unglücklichen Worten, ohne es sofort bemerkt zu haben. In all diesen Momenten wird mir schon klar, dass wir inzwischen gefühlsmäßig von einander entfernt leben. Aber das hab ich trotzdem nicht kommen gesehen.

Unser Wir gehört nicht in diese Zeit, denke ich manchmal, doch durch eine einzige Berührung von dir, spüre ich, dass ich dich unbeschreiblich liebe. Nun ist es soweit, dass du schließlich wegen dieser Liebe bereit bist uns gehen zu lassen, weil aus unserem Heute ein Gestern geworden ist. Du schaust mir dabei lange in die Augen, scheinbar nur um mir zu zeigen, dass es jetzt ernst ist. Es ist also wieder mal soweit, wir sind Vergangenheit. Du stellst mich vor eine Wahl, die für mich die Wahl zwischen unglücklich und unglücklich ist. So stehe ich nur tatenlos da, schaue zu und hoffe noch ein kleines bisschen. Ich bin hier und liebe dich immer noch, aber wie ich dich so anschaue, weiß ich auch, dass ich dich gehen lassen muss. Wenn du dann meine Wohnung verlässt, wird mir bewusst, dass selbst deine Liebe eine Kehrseite hat und dass ich dir und ihr nur noch durch Schweigen gerecht werden kann – mich nur auf diese Weise bei dir für unsere Zeit bedanken kann…

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