planen.

In letzter Zeit frage ich mich oft, wieso einige Ding in meinem Leben so sind wie sie sind. Wieso habe ich immer mehr Angst als andere Leute und zu dem noch vor völlig absurden Szenerien? Wieso schüttle ich mein Kissen vor dem Schlafengehen immer auf die gleiche Art und Weise auf? Wieso ist Spontanität ein Fremdwort für mich und wieso bin ich völlig aus dem Konzept geworfen, wenn etwas nicht so gemacht wird wie verabredet? Wieso?

Oft ist es fast als würde eine Welt zusammenbrechen, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Termine müssen rechtzeitig gemacht werden, zu Verabredungen erscheine ich immer pünktlich, verschlafen kommt für mich nicht in Frage und Abweichungen der sicheren Planung, am Wochenende nach dem Aufwachen noch stundenlang im Bett verbringen oder ohne Uhr das Haus verlassen sind eine absolute Katastrophe. Spontanität ist somit nur bedingt möglich – also nur wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt und ich über Uhrzeit und alle Eventualitäten mindestens 5 Tage vorher informiert bin, was im Grunde aber auch dem Spontanitätsgedanken widerspricht. Wenn ich nicht weiß, was am Tag/der nächsten Woche/der nächsten 2-3 Monate ansteht, unerwartet jemand vor der Tür steht oder irgendwer auch nur 10 Minuten zu spät oder zu früh erscheint, geht gar nichts mehr. Planlosigkeit kann ich weder verstehen noch akzeptieren. Für die Ad hoc-Veranstaltungen meines Lebens ist demzufolge meine bessere Hälfte zuständig. Während ich schon bei der Antwort „Weiß ich noch nicht“ oder „Mal sehen…“ völlig die Nerven verliere, bleibt er ganz ruhig und holt mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. „Is doch nicht so schlimm mein Schatz“ sagt er dann immer und nach ein paar Minuten rumgezeter meinerseits, kann ich mich ab und zu dann doch darauf einlassen.

Ich glaube das Zauberwort in dieser Misere heißt Kontrolle. Die gebe ich nun mal nicht gerne ab und schon gar nicht an die unorganisierte und chaotische Spontanität. Ohne Kontrolle funktioniert nunmal nichts, alles muss auf irgendeine Art und Weise kontrolliert werden. Es geht nun einmal nicht anders – PUNKT. Ich übernehme gern die Kontrolle meines Lebens, bevor sich da noch jemand anderes einmischt und alles durcheinander wirft.

„Früher hätte es so etwas nicht gegeben“ – ist ja auch logisch – Kurze sms: „Komme eine halbe Stunde später“ war nicht und per Brief 1 Tag vorher absagen, hatte auch nicht viel Sinn. Ein bisschen klinge ich schon wie meine Omi, aber selbst die ist mit ihren 76 Jahren spontaner als ich und würde solche Sätze glaube ich auch nicht sagen. Ich gebe mir oft Mühe es ein bisschen entspannter zu sehen und so ergab es sich – unglaublicher Weise, dass am Wochenende aus dem „Wir fahren direkt nach dem Frühstück los“ ein längerer Ausflug mit ausgedehntem Fotospaziergang wurde. Völlig spontan. …. Na gut – ein kleiner Zeitpuffer war von mir von vorn herein eingebaut.

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